Die erste Malerei im neuen Jahr 2021

Aktualisiert: Jan 15

Die erste Malerei von Klaus im neuen Jahr 2021 und wie und warum genau dieses Motiv entstanden ist.

Um mir den Arbeitsstart zu Beginn des Jahres zu erleichtern, habe ich ein kleineres Bildformat gewählt. Eine Leinwand auf Keilrahmen gespannt im Format 70 cm x 50 cm. Mein Lieblingsformat im vergangenem Jahr war 120 cm Höhe und 90 cm Breite, ein stattliches Format, dass einigen Aufwand fordert, erheblich mehr als ein Bildformat in der halben Größe oder – so wie diese neue Malerei, das Portrait zweier Kiefern in der Sonne – noch kleiner. Nach vier Wochen Abstinenz von der Malerei, möchte ich mich erst wieder etwas einfinden und so ist dieses Format genau passend.

Zur Motivwahl

"Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der sie betrachtet."

David Hume, 1711-1776

Der herbe Charme von Kiefern hält mich schon lange in seinen Bann gefangen. Abgesehen vom Duft mancher Kiefernarten, mag ich besonders den Kontrast der rauen Stämme und die feine, grafische Struktur der Kiefernnadeln. Dazu kommen noch die oft bizarren Proportionen und der knorrige Wuchs des Stamms. In meinen Skizzenbüchern finden sich einige Bleistiftzeichnungen dazu. Aber ein „Kiefern-Portrait“ auf Leinwand ist nun eine Premiere.



Hier ein Beispiel einer Bleistiftzeichnung aus dem Jahr 2014. Es zeigt einen Weg am Meer an der Kroatischen Adriaküste, der u.a. gesäumt war von den dort häufig vorkommenden Felsenkiefern. Du findest übrigens im Shop auch schöne Jahreskalender mit Motiven von Malereien und Zeichnungen von Sandra und auch von mir. >>Reproduktionen

Vorbereitung der Malerei, Vorbereitung des Malgrunds

Wie oben erwähnt verwendete ich für diese Malerei eine Leinwand mit weissem Kreidegrund, die ich mit weissem Gesso ein zweites mal grundierte und im Anschluss mit einem handelsüblichen Schleifpapier geglättet habe.



Die darauf aufgetragene Untermalung ist ein möglichst helles, neutrales Grau, so dass die restlichen Farben ebenfalls relativ hell gewählt werden mussten. So konnte ich – ohne harte Schattentöne zu erzeugen – möglichst viel Licht in das Motiv bringen und den Eindruck vermitteln, die Sonne streift über die Äste und Nadeln der Kiefern.


Der Grauton war angelegt und ich zeichnete in groben Zügen zwei Kiefernstämme samt Äste auf die vorgrundierte Leinwand. Für die Vorzeichnungen verwende ich eine Pastellkreide die keine Bindemittel enthält. So lässt sich später die Vorzeichnung mit einem feuchten Tuch wegwischen und übrig bleibt nur die Malerei. Dazu später mehr.











Farbenmischen

Die Farben mische ich mir zum Teil vorher an. Auf einer Tafel, die ich mit dem gleichen Farbton der Untermalung der Leinwand grundiert habe, setzte ich die ersten, gemischten Farbtöne zum Test. So sehe ich sofort die Wirkung des neuen Farbtons auf der getönten Palette, ohne ihn auf der frischen Leinwand auftragen zu müssen.






Mit den so vorgemischten Farben setzte ich die ersten Farbflächen, in einer farbigen Schraffur – wie beim Zeichnen mit dem Stift. Klassisch arbeite ich das Motiv im Bildaufbau von "hinten nach vorne", sprich vom Hintergrund in den Vordergrund. So habe ich eine gute Kontrolle über die Gewichtung der Farbtöne.

Ich verwende ausschließlich hochpigmentierte, pastose Künstleracrylfarben. Sehr gute Erfahrung habe ich mit den Farben der Schweizer Firma Lascaux und der Französischen Firma Sennelier gemacht.

Sennelier, feine Künstlerfarben Es war ein von Chemie begeisterter Kolorist, der seine eigenen Farben herstellte – was zu dieser Zeit unter Künstlern keine Seltenheit war – und 1887 am Quai Voltaire in Paris daraus ein Geschäft machte. Schnell wurden die extra feinen Künstlerfarben von Gustave Sennelier unter den Pariser Künstlern eine gefragte Marke. Paul Cézanne, Bonnard, Soutine und nicht zuletzt Pablo Picasso, um nur einige Maler zu nennen, arbeiteten mit Farben von Gustave Sennelier.


Der Rest ist geduldiges malen

Strich für Strich, Farbe an Farbe … ein überaus meditativer Prozess, der die volle Konzentration fordert. Da die Farbtöne in meiner und ebenso auch in Sandras Malereien häufig einen äusserst geringen Hell-/Dunkelkontrast haben, kann der Kontrast von Licht und Schatten fast ausschließlich nur mit einem Warm-/Kaltkontrast erzielt werden. Dieser Warm-/Kaltkontrast zieht sich durch alle Farbtöne im Motiv und fordert beim mischen der Farben einiges an Geduld. Aber es hat sich gelohnt.





Nach dem alle Partien im Motiv gemalt/gezeichnet waren, kam der Moment der Wahrheit und ich habe die Pastellkreide-Vorzeichnung mit einem feuchten Tuch weggewischt.



Übrig blieb eine transparente, ausgewogene "Farbzeichnung / Malerei". Zwei Kiefern in der Sonne.


Ach ja, sollte Dir das Motiv gefallen, in unserem Shop gibt es brillante Reproduktionen als Kunstdruck auf Leinwand in vielen verschiedenen Formaten von den Kiefern in der Sonne.

Und natürlich viele weitere schöne Motive von Originalmalereien von Sandra und von mir. Viel Freude beim entdecken!




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